Nordische Banken werden zum Teil bis zu 40 Prozent teurer gehandelt als üblich, die Hotelbranche in den USA erholt sich so schnell wie noch nie, und die Bewertung des australischen Aktienmarktes ist verhaltener geworden.
Nordische Banken profitabel
Aktien nordischer Banken haben sich in den letzten Jahren meist besser entwickelt als Titel von Instituten aus der Eurozone. Dies liegt unter anderem an ihren stärkeren Kapitalausstattungen. Zudem weisen die nordischen Geldhäuser eine höhere Aktiva-Qualität auf und sind entsprechend weniger von faulen Krediten geplagt. Darüber hinaus sind sie profitabler. Die erwartete durchschnittliche Eigenkapitalrendite gemessen am Return on tangible equity (ROTE) für 2021 liegt mit 9,8 Prozent deutlich über dem Durchschnitt in der Eurozone von 6,3 Prozent. Daher scheint der durchschnittliche Aufschlag von rund zehn Prozent – mit dem nordische Banken gegenüber Geldhäusern der Eurozone gehandelt werden – gerechtfertigt. Allerdings gehen die Bewertungen im Sektor weit auseinander, und einige „Nordics“ werden derzeit bis zu 40 Prozent teurer gehandelt als üblich. Dies könnte ihre Kursentwicklung mittelfristig bremsen.
US-Hotels wieder gut belegt
Die Hotelbranche in den USA erholt sich im Zuge der schnell abflauenden Pandemie so schnell wie noch nie. Am Höhepunkt der Corona-Krise im Frühjahr 2020 waren gerade einmal rund 20 Prozent der verfügbaren Betten belegt; zuletzt erreichte die Auslastung schon wieder 62 Prozent. Die durchschnittliche Belegungsquote von 66 Prozent im Vorkrisenjahr 2019 liegt damit in greifbarer Nähe. Dank einer starken Nachfrage durch sprunghaft steigende Touristenzahlen haben sich gleichzeitig auch die Preise schnell erholt. Der durchschnittliche Umsatz je Zimmer lag im Juni daher nur noch rund zehn Prozent unter dem Vorkrisenniveau. Setzt sich der positive Trend fort, könnten die Umsätze die Werte aus dem Jahr 2019 bald wieder erreichen – in vorangegangenen Zyklen dauerte die Erholung mit drei bis vier Jahren deutlich länger. Trotz einer schon recht guten Performance in diesem Jahr könnten US-Hotelaktien angesichts der überraschend schnell wachsenden Einnahmen der Betreiber meines Erachtens interessant erscheinen.
Australische Aktien schneiden schwach ab
Der australische Leitindex S&P/ASX 200 hat in den vergangenen zwölf Monaten in Euro rund 25 Prozent zugelegt. Dies entspricht der stärksten Kursentwicklung in über 30 Jahren, liegt aber dennoch hinter der Performance des MSCI World, der 30 Prozent hinzu gewann.
Der Grund: Die Bewertung des australischen Marktes ist verhaltener geworden. Während das Kurs-Gewinn-Verhältnis für die erwarteten Gewinne der jeweils kommenden zwölf Monate vor einem Jahr noch bei 19,2 lag, steht es nun bei 17,8 – ein Rückgang um sieben Prozent. Gleichzeitig stiegen die Gewinnprognosen der Analysten im gleichen Zeitraum allerdings um knapp 33 Prozent. Offenbar sind die Anleger angesichts erneuter Lockdowns in Down Under und des angespannten Verhältnisses zwischen Canberra und Peking skeptisch, dass die Unternehmen die Erwartungen erfüllen können. Wegen hoher Rohstoffpreise und steigender Kapitalmarktzinsen, die den im Index hochgewichteten Bergbau- und Finanzunternehmen zugutekommen sollten, halte ich es jedoch eher mit den Analysten und bleibe bei meiner Empfehlung australischer Aktien als Beimischung für ein global diversifiziertes Portfolio.
Kanadischer Dollar übertrifft US-Dollar
Klarer Gewinner unter den Währungen der Industrieländer war im ersten Halbjahr 2021 der Kanadische Dollar, der zum Euro rund 6,5 Prozent aufwertete. Er profitierte von der robusten wirtschaftlichen Entwicklung Kanadas. Schließlich verteuerte sich der Preis für Öl der Sorte Western Canadian Select – das Hauptexportgut des Landes – um rund 90 Prozent. Außerdem begann die dortige Notenbank als erste der G10-Länder, ihre expansive Geldpolitik zurück zufahren. Auch die Norwegische Krone (Öl) und der Australische Dollar (Eisenerz und Kohle) werteten als „Rohstoffwährungen“ zum Euro auf. Der US-Dollar gewann gut drei Prozent zum Euro – quasi im Schlussspurt nach der Sitzung der US-Notenbank am 16. Juni, auf der die Währungshüter eine frühere Zinswende für möglich hielten. Die Geldpolitik sowie die Entwicklung der Rohstoffpreise und der Realzinsen dürften auch im zweiten Halbjahr die Wechselkurse bestimmen. Die Ölpreise starteten mit neuen Hochs ins zweite Halbjahr. Auch viele Metalle dürften dank der Erholung der Weltkonjunktur – trotz zwischenzeitlich jederzeit möglicher deutlicher Preiskorrekturen – weiteres Potential besitzen. Rohstoffwährungen könnten also auch in der zweiten Jahreshälfte die Nase vorn haben.
Der Grund: Die Bewertung des australischen Marktes ist verhaltener geworden. Während das Kurs-Gewinn-Verhältnis für die erwarteten Gewinne der jeweils kommenden zwölf Monate vor einem Jahr noch bei 19,2 lag, steht es nun bei 17,8 – ein Rückgang um sieben Prozent. Gleichzeitig stiegen die Gewinnprognosen der Analysten im gleichen Zeitraum allerdings um knapp 33 Prozent. Offenbar sind die Anleger angesichts erneuter Lockdowns in Down Under und des angespannten Verhältnisses zwischen Canberra und Peking skeptisch, dass die Unternehmen die Erwartungen erfüllen können. Wegen hoher Rohstoffpreise und steigender Kapitalmarktzinsen, die den im Index hochgewichteten Bergbau- und Finanzunternehmen zugutekommen sollten, halte ich es jedoch eher mit den Analysten und bleibe bei meiner Empfehlung australischer Aktien als Beimischung für ein global diversifiziertes Portfolio.
Kanadischer Dollar übertrifft US-Dollar
Klarer Gewinner unter den Währungen der Industrieländer war im ersten Halbjahr 2021 der Kanadische Dollar, der zum Euro rund 6,5 Prozent aufwertete. Er profitierte von der robusten wirtschaftlichen Entwicklung Kanadas. Schließlich verteuerte sich der Preis für Öl der Sorte Western Canadian Select – das Hauptexportgut des Landes – um rund 90 Prozent. Außerdem begann die dortige Notenbank als erste der G10-Länder, ihre expansive Geldpolitik zurückzufahren. Auch die Norwegische Krone (Öl) und der Australische Dollar (Eisenerz und Kohle) werteten als „Rohstoffwährungen“ zum Euro auf. Der US-Dollar gewann gut drei Prozent zum Euro – quasi im Schlussspurt nach der Sitzung der US-Notenbank am 16. Juni, auf der die Währungshüter eine frühere Zinswende für möglich hielten. Die Geldpolitik sowie die Entwicklung der Rohstoffpreise und der Realzinsen dürften auch im zweiten Halbjahr die Wechselkurse bestimmen. Die Ölpreise starteten mit neuen Hochs ins zweite Halbjahr. Auch viele Metalle dürften dank der Erholung der Weltkonjunktur – trotz zwischenzeitlich jederzeit möglicher deutlicher Preiskorrekturen – weiteres Potential besitzen. Rohstoffwährungen könnten also auch in der zweiten Jahreshälfte die Nase vorn haben.
